UMA-Unterkunft verlängert

Gebenstorf Die Asylunterkunft für UMA in Vogelsang wird bis Ende 2027 verlängert. Anschliessend sollen dort Wohnungen entstehen.
Seit Sommer 2023 betreibt die Lernwerk Betriebe AG im Auftrag des Kantons Aargau eine Asylunterkunft für unbegleitete minderjährige Asylsuchende (UMA) im Gebenstorfer Ortsteil Vogelsang. Sie wurde als Reaktion auf den akuten Notstand im Aargauer Asylwesen eingerichtet und war ursprünglich auf zwei Jahre befristet.
Bereits ein Jahr später informierten der Kanton und die Gemeinde über eine Verlängerung des Betriebs bis Ende 2026. Schon anlässlich der damaligen Informationsveranstaltung wurde von Teilnehmenden bezweifelt, dass es bei der einen Verlängerung bleiben würde. Das sollte sich als wahr erweisen. Letzten Freitag informierten der Gebenstorfer Gemeinderat und Vertreter des Kantons über die erneute Verlängerung der Unterkunft mit 50 Plätzen bis Ende 2027. Diese zweite Verlängerung ist möglich, weil die Pläne für das auf dem früheren BAG-Areal vorgesehene Wohnbauprojekt «Wasserschloss 3» frühestens dann baureif sind.
Danach steht der Standort nicht mehr zur Verfügung. Der Gemeinderat prüft deshalb verschiedene Lösungen. Darunter einen neuen Standort für die UMA-Unterkunft, die Anmietung einer Liegenschaft oder den Beitritt zu einem Gemeindeverband, wie Gemeinderat Mathias Dössegger den Anwesenden erläuterte. Derzeit leben 97 Asylsuchende in Gebenstorf, darunter 50 Personen in der UMA-Unterkunft und 41 mit Schutzstatus S. Die Gemeinde müsste gemäss Aufnahmepflicht 65 Personen aufnehmen und liegt derzeit deutlich über dieser Vorgabe.
Anlässlich der ersten Verlängerung kamen diverse kritische Wortmeldungen aus der Bevölkerung, und auch am Freitag blieben diese nicht aus. Insgesamt habe sich die Lage aber beruhigt, bemerkte Gemeindeammann Toni Suter. «Wir stellen fest, dass die Unterkunft heute breiter akzeptiert ist als noch vor zwei Jahren.» Dazu beigetragen hat wohl auch, dass es um die Unterkunft bisher vergleichsweise ruhig blieb.
Zunehmende Akzeptanz
Der Betrieb der Unterkunft verlief bisher ohne aussergewöhnliche Probleme. Feuerwehr und Stadtpolizei Baden mussten nur vereinzelt ausrücken. Während es bei der Feuerwehr hauptsächlich um kleinere Ereignisse oder Fehlalarme ging, wurde die Polizei vor allem wegen Streitigkeiten innerhalb der Unterkunft gerufen. Aus der Nachbarschaft gingen ebenfalls nur selten Meldungen ein, zum Beispiel wegen verdächtigen Verhaltens, Ruhestörungen oder riskanten Verhaltens im Strassenverkehr.
Anlässlich der Information in der Mehrzweckhalle Brühl am Freitag äusserten sich die rund 40 Anwesenden erneut zur Asylunterkunft in Vogelsang. Dort zeigte sich, dass die Unterkunft in der Bevölkerung unterschiedlich wahrgenommen wird. Während einige Anwohnerinnen und Anwohner die Anwesenheit der jungen Menschen als bereichernd erleben, äusserten andere abermals Bedenken hinsichtlich Sicherheit, Altersangaben und Betreuung. Insbesondere sorgte für Skepsis, dass einzelne Bewohner über das 18. Lebensjahr hinaus in der Unterkunft bleiben, zum Beispiel um laufende Ausbildungsprozesse weiter begleiten zu können. «Die Bewohnenden lassen sich oft nicht sofort nach Erreichen der Volljährigkeit umplatzieren», erläuterte Günter Marz vom Sozialdienst des Kantons. Er betonte jedoch, dass keine über 18-jährigen Asylsuchenden neu der UMA-Unterkunft zugewiesen würden. Aus dem Publikum wurde zudem mangelnde Transparenz bei den entsprechenden Zahlen kritisiert. Der Gemeinderat will diese Rückmeldungen aufnehmen und die Bevölkerung frühzeitig in die Suche nach einer Lösung im Asylwesen für die Zeit ab 2028 einbeziehen.