Schlemmen im Fluss der Zeit

Patrick Pöttschacher und Franc Morshuis vor dem neuen Logo.Bild: zVg
Patrick Pöttschacher und Franc Morshuis vor dem neuen Logo. Bild: zVg

In der Therme Fortyseven in Baden eröffnete letzte Woche ein neues Restaurant, um das ein grosses Geheimnis gemacht worden war.

In der Badener Therme Fortyseven wurde letzte Woche ein neues Restaurant eröffnet, bei dem im Vorfeld keine Details nach aussen drangen. Sowohl der Name als auch die Ausrichtung und die Ausgestaltung wurden geheim gehalten. Um das zu erreichen, seien verschiedene Non-Disclosure Agreements unterzeichnet worden, wie Ferris Bühler von der gleichnamigen Kommunikationsfirma am Donnerstagabend anlässlich der Eröffnung verriet.

Kurz darauf offenbarte er den neuen Namen selbst: Tyde. Mit dem neuen Restaurant will sich die Badener Wellnesstherme bewusst als eigenständiger gastronomischer Treffpunkt positionieren. «Mir war von Anfang an klar, dass zum Fortyseven ein richtiges Restaurant gehört», sagte Geschäftsführer Franc Morshuis, der die Therme seit rund zwei Jahren leitet, am letzten Donnerstag zu den etwa 80 geladenen Gästen. Teil des Projekts Fortyseven, mit dem das Baden wieder nach Baden kam, wie der Geschäftsführer meinte, war er aber schon seit dem Spatenstich für die neue Therme im April 2018.

Restaurant statt Kiosk

Der Name des neuen Restaurants im Fortyseven geht auf die altenglische Schreibweise des englischen Worts Tide zurück, was Gezeiten bedeutet, also den Wechsel zwischen Ebbe und Flut. Damit stellt der Name einerseits einen Bezug zwischen Restaurant und anschliessender Therme her. Andererseits passt der Name zum gastronomischen Konzept des Restaurants, das auf fliessende Übergänge und einen möglichst unkomplizierten Wechsel zwischen verschiedenen Formen des Aufenthalts setzt.

Der Gastronomiebereich des Fortyseven war seit Ende Juni umgebaut worden. Mit dem Tyde entstand dabei nicht nur ein räumlich veränderter Bereich, sondern ein Restaurant mit eigener Identität und eigener Website. Geschäftsführer Franc Morshuis erklärte, dass man mit der bisherigen Positionierung des Gastronomiebereichs nicht vollständig zufrieden gewesen sei. Dieser habe eher den Charakter einer Cafeteria gehabt und bei den Gästen die Frage aufgeworfen, ob es sich beim Fortyseven um einen Badi-Kiosk oder um ein richtiges Restaurant handle. «Uns wurde deutlich, dass wir uns klarer positionieren müssen», so der Geschäftsführer. Deshalb habe man sich entschieden, dem Thermalbad ein eigenständiges Restaurant zu geben.

Ein Gipfeli zum Teilen

Das neue Restaurant deckt den gesamten Tagesverlauf ab. Es öffnet täglich um 8 Uhr und bleibt bis 23 Uhr geöffnet, wobei die warme Küche bis 22 Uhr verfügbar ist. Für die gastronomische Neuausrichtung wurden mit Restaurantleiter Kumi Ramalingam und Küchenchef Tommy Walter zwei neue Führungskräfte verpflichtet. Ramalingam ist in Baden bereits bekannt. Er war unter anderem stellvertretender Leiter Restauration im Du Parc und später Inhaber und Geschäftsleiter des Fiori sowie des Tresors am Trafoplatz. Küchenchef Tommy Walter stammt ursprünglich aus Rostock und ist 41 Jahre alt. Zuletzt arbeitete er in der Trattoria Freilager in Altstetten unter dem Spitzenkoch Antonio Colaianni, der mit 15 Gault-Millau-Punkten ausgezeichnet ist. Gemeinsam mit sechs weiteren Mitarbeitenden ist Tommy Walter in der vergrösserten Küche des Tyde künftig für den guten Geschmack zuständig.

Im Mittelpunkt der Küche stehen unterschiedliche Portionsgrössen und Gerichte, die miteinander kombiniert werden können und zum Teilen einladen. Das morgendliche Frühstücksangebote wird zur Mittagszeit durch ein À-la-carte-Angebot mit wechselnden Menüs ergänzt. Um 14 Uhr beginnt mit dem sogenannten Blue Tyde eine Phase, in der kleine Gerichte, Signature-Drinks und Sharing-Angebote im Mittelpunkt stehen. Das Angebot soll ab dem 18. Oktober zudem um Brunchgerichte erweitert werden. Als besondere Attraktion wird ein grosses Gipfeli angeboten, das für zwei bis vier Personen gedacht ist. Hergestellt wird dieses spezielle Croissant in der Bäckerei Spitzbueb von Pierluigi Ghitti. «Es ist das wohl grösste Gipfeli Badens», meinte Ferris Bühler anlässlich der Eröffnung.

Während das Gastroangebot unmittelbar ausserhalb des Fortyseven mit dem Tyde neu ausgerichtet wurde, bleibt das Konzept innerhalb der Therme vorerst unverändert. «Ich habe aber auch hier bereits einige Ideen», verriet Franc Morshuis, wollte sich diesbezüglich aber noch nicht in die Karten schauen lassen. Vorerst soll sich das neue Restaurant als eigenständiger Ort etablieren, der Gäste unabhängig von einem Thermenbesuch anspricht. «Wir wollen vor allem unkompliziert sein», betont Franc Morshuis. «Ein Ort ohne Kleidervorschriften, wo sich alle wohlfühlen sollen.»