Frauentausch für Fortgeschrittene
Fislisbach Die Fislisbacher Theatermacher widmen sich in ihrem neuesten Stück politischen Intrigen und notgedrungener Improvisation.
Der Verein Fislisbacher Theatermacher ging vor rund 25 Jahren aus einem Treffen der Clairongarde der Jungwacht hervor. Mitglieder des Musikvereins schlossen sich zusammen, um alle zwei Jahre ein Theaterstück auf die Bühne zu bringen. Dieses Jahr widmeten sich die sieben Darstellerinnen und Darsteller der Theaterfreunde dem Stück «Ruedi for President».
Nach umfangreichen Proben und Vorbereitungen feierte das Stück letzten Donnerstag im Eventsaal der Schreinerei/Zimmerei Peterhans, Schibli & Co. AG Premiere. Etwa 100 Gäste liessen sich anlässlich der ersten von sechs Aufführungen kulinarisch verwöhnen und unterhalten.
Improvisation im Interview
Die Handlung spielt am Vorabend der Bundesratswahl im Hotel Plaza in Bern. Im Mittelpunkt steht Nationalrat Ruedi Zeller, gespielt von Roger Humbel. Dieser liefert sich mit seiner Parteikollegin Stefanie Altherr (Karin Mahler) ein Kopf-an-Kopf-Rennen um einen freien Sitz im Bundesrat. Die Mitglieder des Parlaments sind zwischen den Kandidierenden gespalten, der politischen Mitte kommt bei der Wahl deshalb die Rolle des Züngleins an der Waage zu. Um eine Empfehlung abgeben zu können, die für den Ausgang der Wahl entscheidend sein dürfte, will die konservative Fraktionschefin der Zentrumspartei, gespielt von Barbara Peterhans, auch die Ehepartner der beiden Kandidierenden persönlich kennenlernen.
Kurz vor dem geplanten Treffen kommt es jedoch zum Streit zwischen Ruedi Zeller und seiner Frau Tanja, worauf diese die gemeinsame Hotelsuite verlässt. Um den wichtigen Termin dennoch wahrnehmen zu können, überredet Ruedi das Zimmermädchen Anna-Lena Blättler (Jessica Peterhans), sich als seine Ehefrau auszugeben. Die angehende Schauspielerin sieht darin eine Gelegenheit, ihre im Improvisationskurs erworbenen Fähigkeiten unter Beweis zu stellen und gleichzeitig ihr Gehalt aufzubessern. Die Situation gerät zunehmend ausser Kontrolle, als die wirkliche Ehefrau unerwartet zurückkehrt.
Für zusätzliche Verwirrung sorgen Zellers tollpatschiger Arbeitskollege und Zimmernachbar (Guido Korstick) und eine Journalistin auf der Suche nach einer exklusiven Geschichte. Schliesslich trägt auch das vor der Renovation stehende Hotelzimmer, das von Staub, Spinnweben, alten Möbeln und einer teilweise defekten Einrichtung geprägt ist, dazu bei, dass sich die Situation fortlaufend zuspitzt. Während das Chaos zunimmt, stellt sich mehr und mehr die Frage, wie Ruedi Zeller aus seiner misslichen Lage herausfindet, ob er dabei etwas fürs Leben lernt und wer am Ende die Bundesratswahl für sich entscheidet.
Es braucht ein Dorf
Obwohl das Stück eine Reihe von Spezialeffekten enthielt, bei denen einiges hätte schiefgehen können, ging die erste Aufführung des neuen Stücks reibungslos über die Bühne. Nach der gelungenen Premiere bedankte sich Vereinspräsident Guido Korstick nicht nur bei seinen Bühnenkolleginnen und -kollegen, sondern bei allen, die dazu beigetragen haben, das neue Stück auf die Bühne zu bringen. Ohne die Mitwirkung von Unterstützerinnen und Unterstützern sowie die finanziellen und sonstigen Beiträge von Sponsorinnen und Sponsoren wäre eine solche Theatervorführung heute nicht mehr möglich, ist er überzeugt.



