Bühnenkunst im kühlen Keller
Baden: Das Theater im Kornhaus (Thik) fiebert einer neuen Saison entgegen

Baden: Das Theater im Kornhaus (Thik) fiebert einer neuen Saison entgegen
Anlässlich der traditionellen Saisonvorschau gab Theaterleiterin Nadine Tobler letzte Woche Einblick in die kommende Spielzeit im Thik.
Im bisherigen Hitzesommer seien das Thik und insbesondere die Bühne im Keller angenehm kühl geblieben, verriet Nadine Tobler in ihrem Rückblick auf die vergangene Theatersaison. Danach richtete sie ihren Blick nach vorn auf die neue Saison, die im September offiziell eröffnet wird.
Neben bewährten Programmen und Formaten werden erneut Kunstschaffende aus den unterschiedlichsten Sparten in Baden erwartet. Der Spielclub, der in Zusammenarbeit mit dem Kurtheater Baden durchgeführt wird und bei dem junge Theaterbegeisterte jeweils eine Werkaufführung erarbeiten, geht in seine sechste Saison. Ebenfalls wieder mit im Programm ist «Sauser & Bärlauch», wo junge Bühnentalente ihre Ideen einem breiteren Publikum vorstellen können. Genauso die Gesprächsreihe Philothik, bei der sich die Diskussionen in der kommenden Saison um das Thema Geld drehen werden. Dieses Mal mit von der Partie und am 3. Januar im Thik zu Gast ist die Ökonomin Mascha Madörin. Sie gilt als Pionierin der feministischen Wirtschaftswissenschaft und ist Expertin für die Ökonomie der Care-Arbeit.
Im Rahmen des Förderprogramms «Jungsegler» kommt – wie gewohnt – die Trägerin oder der Träger des gleichnamigen Kleinkunstpreises, der jedes Jahr verliehen wird, auch ins Thik. In der kommenden Saison wird Johannes Millius in dieser Eigenschaft am 9. Januar in Baden zu Gast sein. Der Kabarettist und Spoken-Word-Artist zeigt dort sein allererstes Soloprogramm «Im Abgang lebhaft». Darin bewegt er sich im Spannungsfeld zwischen Liebesgeschichte und vorgedruckter Beileidskarte.
Landschaft in Bewegung
Den Auftakt in die Saison 2026/2027 macht aber am 12. und 13. September die Compagnia Balletto Lucano mit «Hedera», wobei nach der Vorführung am 12. September das Saisoneröffungsfest gefeiert wird. In dem Programm wird tänzerisch das landschaftliche und architektonische Erbe der italienischen Basilikata erforscht. An beiden Tagen bietet die Compagnia Balletto Lucano zudem öffentliche Tanzworkshops an.
Weiter geht es am 19. und 20. September mit «Geisterstunde», den ersten beiden Kindervorstellungen, die in der kommenden Saison wieder prominent im Spielplan vertreten sind. «Generell ist es aber so, dass sich diese Vorführungen nicht nur für Kinder eignen. Erwachsene sind ebenfalls willkommen», versicherte Nadine Tobler.
In der Woche darauf finden im Thik zwei Gastspiele aus Dresden statt. Die Vorführungen laufen unter dem mittlerweile langjährigen Austauschprogramm «Import/Export», bei dem jedes Jahr eine Auswahl des Programms des Dresdner Theaters in Baden zu sehen ist, und umgekehrt. Am 25. September ist mit «Eisler» das Porträt eines aussergewöhnlichen Komponisten anhand animierter Videoprojektionen und Puppentheater zu sehen. Und bei «Blind Date» treffen am 26. September jeweils drei Kunstschaffende aus Dresden und Baden aufeinander, was einen erfrischenden Bühnenabend verspricht.
Altbekannte mit neuen Ideen
Neben vielen neuen Gesichtern, die mit Tanzvorführungen, Theaterabenden oder szenischen Lesungen im Thik erwartet werden, stehen einige altbekannte Namen im Programm. So ist am 25. und 26. November Ursus Wehrli zu sehen. Nachdem er bereits mit seinem letzten Programm «Kunst aufräumen» nach Baden gekommen ist, erzählt er in «Heute habe ich beinahe was erlebt» aus seinem Tagebuch.
«Alex Porter muss ich in diesem Rahmen ebenfalls nicht vorstellen», so Nadine Tobler anlässlich der Saisonvorstellung. Der Luzerner sei der einzige Zauberer, der seit vielen Jahren regelmässig auf der Bühne des Thik zu sehen sei. Mit «Balanceur» kommt er am 21. und 22. Januar für zwei weitere zauber-musikalische Spektakel nach Baden.
Wenn es im April langsam wieder auf das Ende der Spielzeit zugeht, haben mit Patti Basler und Philippe Kuhn zwei Badener Lokalmatadoren ihren Auftritt. In «Postmodern Talking» wehrt sich das Duo mit musikalischem Wortwitz gegen die dümmsten Ideen, die häufig den gesellschaftlichen Diskurs bestimmen. Das Programm feiert am 25. September im Kurtheater Premiere.