Aufarbeitung des Sturms

Ehrendingen: Der Gemeinderat lud vergangene Woche zum Informationsabend des Gemeinderats in die Mehrzweckhalle Lägernbreite.
Die grösste Neuigkeit sparte man sich an diesem Abend bis zum Schluss auf. Frau Gemeindeammann Dorothea Frei kündigte ein «Sabbatical» an – einen längeren Sonderurlaub. Frei merkte zunächst an, dass die Anwesenden heute noch einmal den kompetenten Gemeinderat in Aktion erlebt hätten. Vizeammann Roger Frei werde vom 25. November 2026 bis zum 12. April 2027 ihre Aufgaben übernehmen. Aus diesem Grund gab es bereits seit Jahresbeginn regelmässig gemeinsame Meetings. Das Ressort Bildung und Betreuung wird in dieser Zeit von Gemeinderatsmitglied Samuel Kamm betreut. Dorothea Frei wird in den viereinhalb Monaten unterwegs sein, aber online erreichbar.
Damit verpasst Dorothea Frei zwar nicht die Einwohnergemeindeversammlung im November, dafür allerdings die ausserordentliche Gemeindeversammlung zur Bau- und Nutzungsordnung (BNO) am 9. Dezember. Das aargauische Gemeindegesetz sieht lediglich vor, dass bei Verhinderung der Gemeindeammann durch den Vizeammann vertreten wird. Frei will sich zudem während dieser Zeit per Video zu den Gemeinderatsitzungen zuschalten.
Entsorgungssorgen
Zuvor arbeitete man sich am Abend des 9. September durch einen ganzen Berg an Themen. So werden die Tagesstrukturen 25 Jahre alt und vermelden erstmals weniger Kinder. Das habe laut dem Gemeinderat verschiedenste Ursachen: Homeoffice und flexible Betreuung zu Hause, der Wechsel nach Baden oder das Heranwachsen. Dafür habe es mehr Kinder am Standort Unterdorf, einen Anstieg der Neuregistrierungen und neu einen Waldnachmittag.
Ärger bereitet dafür erneut die illegale Abfallentsorgung in der Gemeinde. Nach mehreren Hinweisen in der «Rundschau» gab es jetzt fünf konkrete Fälle. In den falsch entsorgten Abfallsäcken wurden sogar Dokumente gefunden, und man strebt Bussen an. Die technischen Dienste haben den Auftrag, verschärfte Kontrollen durchzuführen. Ausserdem prüft man ein Videoreglement, das allerdings zusätzliche Kosten verursachen würde. «Nicht verpfeifen, aber hinweisen», war die Empfehlung von Gemeinderat Dany Amstutz. Auf Nachfrage aus dem Plenum wurden 200 Franken als Maximalbusse genannt, des Weiteren kann der Gemeinderat Warnungen aussprechen.
Nachverhandlungen
Detailliert wurde es bei der aktuellen Planung des Mehrzweckgebäudes Lägernbreite Raum 3: markante Höhenunterschiede, Begrünung der Anlage, Zufahrts- und Bauwege. Der neue Fussballplatz wird etwas grösser und immerhin die Auflagen eines Junioren-D-Platzes erfüllen. Auf Nachfrage wurde noch einmal der Zeitplan genannt sowie auf das Spendenbarometer im Gemeindehaus Oberdorf verwiesen. So soll im Januar/Februar das Baugesuch ausgeschrieben werden und im Spätsommer die erste Bauetappe folgen.
Beim herausfordernden Thema Asylwesen wurde bekannt gegeben, dass man den Gemeindevertrag Asylverbund vorsorglich zum 31. Dezember gekündigt habe. Vonseiten Freienwils gibt es Interesse, den bestehenden Asylverbund fortzuführen, während Schneisingen sich innerhalb der bestehenden Strukturen orientieren will. Ein entsprechender Antrag für einen angepassten Gemeindevertrag wird an der kommenden Einwohnergemeindeversammlung gestellt.
Wassermassen
Am 22. Juni kam man in der Gemeinde Ehrendingen an die Grenze der Löschwasserreserve. Ursachen waren die Hitze und der damit erhöhte Wasserverbrauch. Die Trinkwasserversorgung war dabei stets gewährleistet, wie man vonseiten des Gemeinderats betonte. Zu viel Wasser gab es dagegen am 28. August, neben den Hagelkörnern mit einem Durchmesser von vier Zentimetern. Die Feuerwehr war in den ersten 48 Stunden vor allem mit dem Beseitigen von Sturmholz, Schlamm, Wasser und Eis in Wohnräumen und auf Dächern beschäftigt. Insgesamt kommt die Feuerwehr Ehrendingen-Freienwil in diesem Kalenderjahr bereits auf 736 Einsatzstunden, dreimal so viel wie im ganzen Jahr 2025.
Bei der Organisation des Krisenstabs wurde von Gemeinderatsseite eine positive Bilanz gezogen. Am Montag konnte man den Schulbetrieb wie gewohnt fortführen, und es gab nur noch wenige Einschränkungen im Alltag. Auch die Gefährdungskarte für den Oberflächenabfluss hat sich als präzise erwiesen, wobei die entsprechenden Hotspots wiederholt betroffen waren. Eine der Erkenntnisse: Extremwetterereignisse sind lokal schwer vorhersehbar und treten häufiger auf. Deshalb sollte man Präventionsmassnahmen in den möglichen Bereichen gezielt fördern und entsprechende Hochwasserschutzprojekte zeitnah umsetzen. Zudem dankte man allen Einsatzkräften für die gute Zusammenarbeit und den grossen Einsatz.