Alkoholisiert gegen die Betonmauer

Obersiggenthal Am vergangenen Samstag vermochten die Angehörigen der Feuerwehr Obersiggenthal anlässlich der anspruchsvoll gestalteten Hauptübung mit ihrem Vorgehen im Schadenereignis zu überzeugen.
Am Samstag lud die Feuerwehr Obersiggenthal zur diesjährigen Hauptübung ein. Obwohl das Wetter garstig war, hatte sich hinter den Absperrungen beim Oberstufenzentrum in Nussbaumen eine ansehnliche Zuschauerkulisse gebildet, in der auch Behördenmitglieder vertreten waren. Trotz dem vorgängig auf dem Parkplatz abgestellten Fahrzeug, aufsteigendem Rauch aus dem Kindergartenpavillon und den als Abgrenzung aufgebauten Betonelementen war unklar, welches Szenario die Einsatzkräfte dieses Jahr erwarten würde.
Um 14 Uhr war es so weit: Vom neuen und erst am 15. August eingeweihten Tanklöschfahrzeug angeführt, rückte der Fahrzeugtross mit Blaulicht und Martinshorn an. Sofort erkundete der Einsatzleiter Pascal Bruder die Lage. Gleichzeitig erklärte Patrick Ecabert, der die Übung moderierte und sie mit Nadia Marbet und Claudio Spinnler vorbereitet hatte, dem Publikum das Übungsszenario.
Mittel effizient eingesetzt
Ein medizinisches Problem führte dazu, dass der Fahrer eines Fahrzeugs, das mit einem Altölfass beladen war, nicht mehr anzuhalten vermochte. An der Holzfassade des Kindergartenpavillons kam das Fahrzeug zum Stehen, wo es in der Folge einen Brand verursachte.
Nachdem zuerst die beiden vermissten Personen vom Atemschutz gerettet und der Sanität zur Betreuung überantwortet worden waren, gingen die Einsatzkräfte daran, den Brand zu bekämpfen. Gleichzeitig galt es, ein weiteres Abdriften des havarierten Fahrzeugs zu vermeiden und dieses unter Einsatz eines Handseilzuggeräts zu sichern. Als der verletzte Fahrer des Unfallfahrzeugs in Sicherheit gebracht worden war, wurde das auslaufende Altöl in einer Wanne aufgefangen und ein sich in unmittelbarer Nähe befindender Schacht fachgerecht abgedichtet, um Folgeschäden im Abwasser zu verhindern.
Aber für die Feuerwehrangehörigen war dann noch nicht Schluss. Noch während der Übung, welche die Einsatzkräfte ohnehin auf Trab hielt, kam es einen Steinwurf entfernt zu einem weiteren Ereignis.
Explosionsartiger Brandausbruch
Das zweite Szenario war eine Frontalkollision. Ein alkoholisierter Fahrer eines Personenwagens fuhr in eine Betonmauer. Bevor das Fahrzeug an der Mauer zum Stillstand kam, touchierte es einen Beleuchtungskandelaber, der dadurch zu Fall kam und auf das Auto krachte. Sofort zog der Einsatzleiter die freien Kräfte ab, um den Verunglückten zu bergen. In dem Kandelaber befanden sich Starkstromkabel, die beschädigt wurden. Dadurch entstanden Funken, die mit dem auslaufenden Treibstoff im Kontakt kamen, was zu einem explosionsartigen Fahrzeugbrand und zu starker Rauchentwicklung führte. Unverzüglich wurden Leitungen verlegt, um das Feuer aus der Distanz mit Wasser und Löschschaum zu bekämpfen. Gleichzeitig galt es, die Vorsichtsmassnahmen zur persönlichen Sicherheit einzuhalten, ist doch der Brandrauch im Ernstfall höchst toxisch.
Anlässlich der Besprechung wurde festgehalten, dass die Übung, der auch Angehörige benachbarter Feuerwehren als Zuschauende beiwohnten, anspruchsvoll und vielfältig war. Sie gab den Teilnehmenden jedoch Gelegenheit, das Erlernte anzuwenden und zugleich neue Erfahrungen zu sammeln. Die Übungsleitung bedankte sich bei der Gemeinde für die Unterstützung und bei den Figuranten für ihr Mitwirken. Das gesamte Korps wurde für den beherzten Einsatz gelobt.