Wasserversorgung über Grenzen

Knapp eine Woche vor der Inbetriebnahme wurde das neue Trinkwasserreservoir von Freienwil feierlich eröffnet.
Am vergangenen Samstag lud die Gemeinde zur Eröffnung des neuen Trinkwasserreservoirs an der Bergstrasse. Und die Bevölkerung sowie zahlreiche Gemeindevertreter aus der Region nutzten die Gelegenheit bei bestem Wetter. Gleich gegenüber der neuen Anlage wurde ein Festzelt aufgebaut, in dem die vier Redner die wichtigen Zusammenhänge erklärten und andere den Apéro vorbereiteten. «Die Leute haben es bezahlt und das Recht, es sich genauer anzuschauen», sagte Gemeindeamman Othmar Suter zur Begrüssung.
Im Juni 2023 sprach die Gemeindeversammlung einen Kredit von 2,13 Millionen Franken für den Bau einer neuen Anlage, im Juni 2025 erfolgte der Spatenstich. Das bisherige Reservoir Eichbrunnen hat nach 117 Jahren das Ende seiner Lebensdauer erreicht. Neben kleineren Mängeln und dem Fehlen einer Entkeimungsanlage entsprach das Volumen von 200 Kubikmetern nicht mehr den heutigen Anforderungen. Mit einem Fassungsvermögen von 400 Kubikmetern ist das neue Reservoir doppelt so gross.
«Ein Jahrzehnteprojekt», nannte Othmar Suter das Reservoir, das auf eine Lebensdauer von mindestens 80 Jahren ausgelegt ist. Entsprechend wurde im Bauprozess auf die Verwendung von Holz für die Fassade verzichtet. Von aussen funkeln nun blaugrüne Kacheln im Sonnenlicht. Wenn die Begrünung – inklusive eines geschenkten Eichenbaums – abgeschlossen ist, soll sich das neue Reservoir so natürlich wie möglich in die Landschaft am Waldrand einfügen.
Das Wasser im Blick
Als erster Redner sprach Othmar Suter von einem «wunderschönen Tag, in jeder Hinsicht». Er erklärte die Zusammenarbeiten mit den benachbarten Gemeinden bei der Wasserversorgung und hielt noch einmal fest: «Wasser ist ein Grundrecht.» Und dafür lohne es sich, über die Gemeindegrenzen hinauszudenken. Der Rückbau des alten Reservoirs beginnt im Herbst.
Es folgte noch einmal der Hinweis, dass am 28. September die Leitungen umgehängt werden und das neue Reservoir befüllt wird. Die Arbeiten starten um 8.30 Uhr, im schlimmsten Fall ist die Trinkwasserversorgung an diesem Tag nicht gewährleistet. Der Gemeinderat bittet die Bevölkerung deshalb, einen ausreichenden Wasservorrat anzulegen.
Auf die Zusammenhänge zwischen Wasser und Natur ging Förster Christoph Hitz ein, bevor Brunnenmeister Marko Wenger detailliert die Wasserversorgung von Freienwil erklärte. So unterteilen sich die 400 Kubikmeter des neuen Reservoirs in Tagesausgleich (200 m3), Störreserve (150 m3) und Löschreserve (50 m3). Angesichts der extremen Trockenheit in den vergangenen Monaten war der Fakt interessant, dass es ein bis drei Monate dauert, bis der Regen zu einem Quellenanstieg führt. Und: Wenn man die Quellen abstellen würde, wäre das neue Reservoir nach einem heissen Sommertag leer.
Zum Schluss sprach der Projektleiter vom Ingenieurbüro K. Lienhard über den Bauprozess. Der Kreditrahmen werde sehr wahrscheinlich eingehalten, mit der Umplanung bei der Fassade sei man eventuell leicht darüber. Zudem hat man beim Graben mehr Wasser im Boden gefunden als angenommen. Deshalb brauchte es zusätzliche Massnahmen zur Stabilisierung der Baugrube. Und es sei angesichts des Fachkräfte- und Handwerkermangels eine Herausforderung gewesen, jeden Bauschritt auf den jeweiligen Planungstermin fertigzustellen.
Hallo, Echo
Nach den Reden warteten auf das Publikum ein Quiz zum Thema Wasserversorgung und Präsentkörbe für diejenigen, die besonders gut aufgepasst hatten. Den Grossteil zog es allerdings erst einmal zum neuen Reservoir. Angesichts der schmalen Treppen der Anlage bildete sich vor dem Gebäude sogar eine kleine Warteschlange. Im leeren Wasserspeicher hallte es dabei ausgezeichnet.
Brunnenmeister Wenger beantwortete in der Anlage geduldig die Fragen der Besuchenden, wovon sich einzelne noch eine bessere Visualisierung der Wasserversorgung gewünscht hätten – zum Beispiel mit Infotafeln vor Ort. Im Anschluss genoss man bei Wurst und Wein den sommerlichen Nachmittag.